Online Marketing für Kleinunternehmen
Was bringt Online Marketing?
Wie essenziell ist professionelles Online Marketing für kleine Unternehmen, um Neukunden zu gewinnen oder Umsätze zu steigern? Fakt ist: Selbstständige und KMU suchen noch immer nach Lösungen zu überleben, mitzuhalten und ihre Zukunft zu sichern. Denn viele der klassischen Ladengeschäfte hatten es in den letzten Jahren ziemlich schwer. Dem könnte man widersprechen? Ja, das Umsatzwachstum seit 2012 zeigt einen fast stetigen Anstieg. Jedoch gilt wie so häufig: Traue nur der Statistik, die du selber gefälscht hast. Natürlich geht es nicht wortwörtlich ums Fälschen. Aber diese Umsatzentwicklung wird eben auch massiv von den gigantischen Größen im Lebensmitteleinzelhandel getrieben. Ladengeschäfte in Einkaufsstraßen beziehungsweise viele Branchen des stationären Einzelhandels haben das Nachsehen.
Hauptgrund dafür dürften Online-Handel sowie die Globalisierung und alle damit verbundenen Veränderungen sein. Dazu gehören neue Produkte, die dem Kunden als Substitut dienen können oder eine größere Anzahl an Mitbewerbern. Dann noch Preiskämpfe und alles was eben dazu gehört. In den Vereinigten Staaten wie in Deutschland schließen mehr und mehr Einkaufszentren, deren goldene Zeiten längst vorbei sind. Globalisierung und Versandhandel sind da und das lässt sich als Einzelner auch nicht ändern. Survival of the fittest ist gefragt.
Warum kann der Mitbewerber sein Geschäft gut halten oder ausbauen und ich komme gerade so über die Runden? Oftmals haben die Betreiber von Ladengeschäften eine ziemlich konkrete Vorstellung davon, warum sie in ihrer misslichen Lage sind. Einen Experten zu rate zu ziehen lohnt sich jedoch nicht nur aufgrund seiner speziellen Fach- und Methodenkompetenzen, sondern auch aufgrund anderer Faktoren wie Betriebsblindheit und des Menschen ständiger Begleiter, dem Bestätigungs-Fehler. Also der Neigung des Menschen, tendenziell nach Argumenten zu suchen und solche gelten zu lassen, die seine bisherige Meinung bestätigen anstatt ihr zu widersprechen. Eine kognitive Verzerrung gegen die wir nur bedingt etwas tun können. Es hilft jedoch sich wissenschaftliches Arbeiten anzugewöhnen. Konkret heißt das: Trifft man eine indizienbasierte Annahme sollte man sich aktiv darauf konzentrieren diese These zu widerlegen, anstatt nach Argumenten zu suchen, warum diese These zutreffen könnte.
„Meine Kunden lassen sich aber online nicht effizient ansprechen.“
Ist das wirklich so?
Kann man Suchmaschinenoptimierung selber machen?
Wer nicht mit der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen. Die vielleicht älteste Floskel der Welt. Ihr Alter macht sie jedoch nicht weniger wahr. Die Bereitschaft sich betriebswirtschaftliche Probleme einzugestehen ist eine Kernkompetenz. Damit diese Probleme gelöst werden, ist Veränderung notwendig. Ein Thema mit dem viele Unternehmer kämpfen. Aus Sicht der Betroffenen scheint dabei die Anzahl der notwendigen Veränderungen das Problem zu sein.
Quelle: Change-Fitness-Studie 2018/2019
Dass es nötig ist aktiv zu werden, lässt sich mit Zahlen belegen.
Das Optimierungspotenzial bei den KMU ist gewaltig, was die Internetpräsenz betrifft. Entsprechend wichtig ist es auch, daraufhin mit offener Haltung nach Lösungen zu suchen. Und dazu gehört es, neue Wege zu gehen. Man wird mit den immer gleichen Maßnahmen nicht die immer gleichen Probleme lösen können. Gerade vorschnell getroffene Aussagen und Betriebsblindheit führen dazu, dass Fehlschlüsse allzu lange als ultimative Wahrheit bestehen bleiben. Ein paar Klassiker:
„Meine Kunden suchen mich nicht im Internet / Meine Zielgruppe nutzt keine Suchmaschinen / Online Marketing ist zu teuer für mich“
Oftmals fußen solche Aussagen auf Gefühlen oder bestenfalls gefühlten Erfahrungen. Nicht aber auf Tatsachen, Daten und Fakten. Es werden fehlerhafte Kausalzusammenhänge formuliert.
Online Marketing für KMU
Was kann nun also die Besitzerin oder der Besitzer eines kleinen Ladengeschäfts in der heimischen Einkaufsstraße tun? Das lässt sich pauschal leider nicht beantworten. Dennoch sollte jeder Selbstständige einige Grundlagen des Online Marketings beherrschen. Sich mit dem Thema vertraut zu machen lohnt sich gleich doppelt. Zum einen um möglicherweise selbst nach sorgfältiger Analyse gewisse Maßnahmen einzuleiten. Zum Anderen weil man dann mit einem etwaigen Dienstleister sehr viel besser kommunizieren kann. Jeder Ladenbetreiber muss zunächst einmal seine Ist-Situation im Bereich Online Marketing näherungsweise eingrenzen.
- Google Business bzw. Brancheneintrag?
- Aktualität der eigenen Website? (technisch, inhaltlich)
- Werden soziale Medien bespielt?
Je nachdem wie es um den Zustand der eigenen Internetpräsenz bestellt ist ändert sich natürlich auch der darauf folgende Optimierungsprozess. Präsenz im Social Media Bereich ist in vielen Fällen sinnvoll. Viele Kleinunternehmer fremdeln mit der Thematik, es bedeutet zusätzliche Arbeit und ein gewisses Einarbeiten. Jedoch kann schon die grundlegende Basis, also ein Profil, auf geeigneten Kanälen mit essenziellen Informationen wie Öffnungszeiten, Standort und Angebots-Übersicht einen Vorteil bringen. Hoher potenzieller Ertrag für verhältnismäßig wenig Aufwand.
Google My Business
Google My Business ist kostenlos und dient Unternehmen dazu, ihre Darstellung bei Google beeinflussen zu können. Für lokale Geschäfte ist Google My Business unverzichtbar. Du kannst es ausprobieren indem Du ein paar Geschäfte in deiner Nähe googlest. Oben rechts siehst Du dann ein entsprechendes Fenster des Unternehmens. Darin erscheinen Rezensionen, Fotos und mehr.
Vorteile:
- Auffindbarkeit: Suchende finden dein Geschäft schneller
- Kommunikation: Feedback, Rezensionen und Fragen
- Greifbarkeit: Darstellung der Corporate Identity
- Seriosität: Vertrauenswürdige Wahrnehmung durch Suchende
- Neukunden: Erhöhte lokale Sichtbarkeit (Laufkundschaft)
Aktualität der Website
Die eigene Internetpräsenz sollte sowohl technisch als auch inhaltlich auf dem neuesten Stand sein und bleiben. Das wird von Google nämlich belohnt und hat Einfluss auf das eigene Ranking in den SERPs (Search Engine Result Pages). Kostenlose Tools wie der SEO-Check von Seobility verschaffen auch dem Laien einen Überblick wie es um die Seite steht, auch wenn man vielleicht nicht die nötigen Fähigkeiten hat selbst etwas daran zu ändern. Probleme können auf diese Weise trotzdem aufgedeckt werden.
Vorteile:
- Wahrnehmung: Ersteindruck sollte modern und positiv sein
- Ranking: Google belohnt Aktualität mit besserem Ranking
- Mobile: Seite ist auch vom Smartphone gut zu erreichen
- Wachstum: Nutzer belohnen guten, aktuellen Content (Aufenthaltszeit)
Zusammenspiel von Social Media und SEO
Ob die Aktivität in sozialen Medien einen direkten Einfluss auf das eigene Ranking hat ist umstritten. Mit Ranking ist dabei die Position der eigenen Website und deren Unterseiten in den Ergebnisseiten von Suchmaschinen (wie z. B. Google) in Bezug auf Suchanfragen gemeint. Sicher ist, dass ein Einfluss besteht. Die bekanntesten Vertreter der Social Signals sind vermutlich: Likes, Shares und Comments in der einen oder anderen Form. Der möglicherweise wichtigste Faktor: Viralität. Die Suchanfrage eines potenziellen Kunden bei Google kann zu genau einem Besucher und einer Conversion (also die Umwandlung von Interessent zu Käufer/Kunde) führen. Auf Facebook zum Beispiel, kann ein Beitrag mehrere Menschen erreichen. Diese wiederum können den Beitrag dann auch noch sehr unkompliziert mit Freunden teilen. Dazu bietet eine Unternehmensseite bei Facebook auch noch eine dauerhafte Präsenz. Auch ohne selbst aktiv zu sein, können dort weitere potenzielle Kunden gewonnen werden.
Ein Beispiel:
Du weißt, dass Dein Geschäft verschiedene Kundentypen hat. Vom einmaligen Laufkunden zum überzeugten Botschafter. Diese Botschafter sind nicht selten dazu bereit auch andere vom Nutzen deiner Produkte zu überzeugen. Jeder kennt die gute, alte Mund-zu-Mund-Propaganda. In den sozialen Medien ist es nun oft so, dass der Botschafter sozusagen auf einem Hocker in der Straße steht, auf dem ihn gleich mehrere Menschen sehen und hören können.
Vorteile:
- Viralität: Botschaften haben das Potenzial für exponentielle Verbreitung
- Corporate Image: Kundenwahrnehmung beeinflussen
- Awareness: Bekanntheit steigern
- Corporate Identity: Zeigen, wofür das Unternehmen einsteht
- Kundenbeziehung: Kunden begeistern und binden
- Multiplikatoren: Möglichkeit Influencer für sich zu gewinnen
Das Beste daran: All diese Vorteile generieren echten Mehrwert, sind aber kostenlos. Bis auf die Arbeitszeit die man investiert und damit direkt steuern kann.
Online Marketing Strategie – Schritte
Zu häufig machen Kleinunternehmer, Solo-Selbstständige und StartUps den Fehler, Problemen direkt mit Maßnahmen zu Leibe zu rücken. Ein fatales Vorgehen. Denn dabei werden die wichtigsten Schritte übersprungen. Aus einer Ist-Situation muss eine Soll-Situation mit entsprechenden Zielen formuliert werden. Um diese Ziele zu erreichen wird dann eine Strategie mit messbaren Zielen und Teilzielen konzipiert. Erst dann werden die Maßnahmen logisch sinnvoll aus der Strategie abgeleitet. Eine kurze Übersicht zum strategischen Vorgehen siehst du hier.
Die Abbildung soll im Wesentlichen verdeutlichen, wie der Weg hin zu den Zielen aussehen sollte, damit die Chancen der Zielerreichung maximal sind. Aber interessiert es denn überhaupt wie die Strategie aussehen sollte, wenn man vielleicht gar nicht genug Budget für ein solches Vorhaben hat?
Wieviel kostet Online Marketing?
Wie in anderen betriebswirtschaftlichen Funktionsbereichen, hängen die zu erwartenden Kosten vom Aufwand ab, der zur Erreichung der Ziele betrieben werden muss. Unabhängig davon wie viel Budget zur Verfügung steht, lässt sich per Zielmethode und mit einem Experten ein Kostenplan entwickeln. Es kann also gerade für kleine Unternehmen lohnenswert sein, sich nach Freelancern umzusehen, die entsprechende Leistungen anbieten. Auch hat natürlich die Wahl der Abrechnung Einfluss auf das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag. Gängige Arten sind dabei:
- Man einigt sich mit dem Dienstleister zunächst auf eine bestimmte Anzahl von Stunden zu einem festgelegten Preis.
- Es wird ein prozentualer Anteil des Werbebudgets veranschlagt
- Bezahlung anhand Zielerreichungsgrad. Vorher bestimmte Ziele werden als Basis für die Entlohnung herangezogen.
- Der Tagessatz verhält sich wie der Stundensatz, vereinfacht aber die Kommunikation, da klar ist wann Veränderungen vorgenommen werden.
- Ein Festpreis kann, am besten mit Hilfe von Lasten- und Pflichtenheft, ausgemacht werden.
Viele Experten sind in einem kostenlosen Erstgespräch übrigens auch bereit etwas von Ihrem Wissen zu teilen, so dass Geschäftsinhaber mit besonders geringem Budget vielleicht wenigstens die ersten Schritte selbst in die Hand nehmen können. Gerade der Teilbereich SEO (Suchmaschinenoptimierung) profitiert langfristig von grundlegenden Optimierungen. Entsprechend sollte Online Marketing für kleine Unternehmen nicht kategorisch ausgeschlossen werden, egal ob Budget vorhanden ist oder nicht.
Zusammengefasst: Ob sich professionelles Online Marketing im Einzelfall lohnt, ist pauschal nicht zu beantworten. Grundlegendes Wissen um das Thema zu erlangen, um diese Frage zu klären oder eventuell selbst wirksame Maßnahmen aus einer eigenen Strategie abzuleiten jedoch definitiv.